Canada Day für Expats: So feiert man den 1. Juli in Deutschland

Münchner Stadtbalkon mit Blick auf die Frauenkirche: Holztisch mit kanadischer Flagge, zwei Butter Tarts auf einem weißen Teller, einer Brezel, einem Glas roséfarbenem kanadischen Eiswein und einer Flasche kanadischem Weißwein – Canada Day mitten in Bayern.

Du vermisst Kanada? Hier ist dein Plan für den 1. Juli.

Es ist der 1. Juli. In Toronto, Vancouver und Montreal leuchten die Straßen in Rot und Weiß. Irgendwo grillt jemand, irgendwo läuft ein Feuerwerk, irgendwo trinkt jemand ein kühles Bier auf einer Veranda und denkt: Das hier ist Kanada. Und du? Du bist in Deutschland. Vielleicht in Berlin, Frankfurt oder München. Vielleicht in Wien. Vielleicht hast du heute Morgen einen deutschen Kollegen gefragt, ob er weiß, was Canada Day ist – und er hat geschaut, als hättest du ihn nach dem Geburtstag eines norwegischen Königs gefragt.

Das kennen alle Kanadier im Ausland. Und genau deshalb muss man Canada Day selbst in die Hand nehmen.

Hier ist, wie es geht.


1. Das Richtige trinken

Fangen wir mit dem Wichtigsten an. Kanada macht Wein. Echten, guten, überraschenden Wein – und kaum jemand in Europa weiß das. Das Okanagan Valley in British Columbia produziert Cabernet Franc, der jeden Bordeaux-Kenner sprachlos macht. Die Niagara Peninsula in Ontario macht Eiswein, der zu den besten der Welt zählt. Und einen feinpurligen Riesling-Secco aus Niagara, der zum Anstoßen um Mitternacht keine weitere Begründung braucht.

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2. Das Richtige kochen

Du brauchst kein Restaurantküche. Du brauchst drei Zutaten, die Canada Day ausmachen: Ahornsirup, Poutine-Zutaten und eine gute Pastete.

Ahornsirup bekommst du in Deutschland bei DM, Rewe, Edeka oder Amazon – am besten Grade A, dunkel (früher Grade B), der hat das tiefste Aroma.

Poutine ist machbar. Der Käsebruch ist das schwierigste – echter Curd Cheese ist selten, aber junger Mozzarella (grob gerissen) oder polnischer Twaróg (aus dem polnischen Supermarkt) kommen nah ran. Die Gravy machst du selbst: Butter, Mehl, gute Rinderbrühe, Worcestershire. Fertig.

Butter Tarts – das inoffizielle Nationaldessert Ontarios – brauchst du nur Mürbeteig, braunen Zucker, Butter, Ei, Ahornsirup und Pekannüsse. Alles bei jedem deutschen Supermarkt erhältlich. Rezept auf cellardoor24.de.

Tourtière – die Fleischpastete aus Québec – ist das Canada Day Gericht schlechthin. Schwein, Rind, Zimt, Piment, Nelken in einem butterigen Teig. Klingt aufwendig, ist es nicht. Auch das Rezept findest du auf cellardoor24.de.


3. Die richtige Stimmung

Ein paar Dinge, die helfen:

Musik. Drake, Joni Mitchell, Neil Young, The Weeknd, Arcade Fire, Shania Twain – Kanada hat keine schlechte Musikgeschichte. Eine gute Canada Day Playlist läuft drei Stunden durch.

Deko. Rotes und weißes Tischtuch, Ahornblatt irgendwo, fertig. Du bist Kanadier in Deutschland – du musst das nicht übertreiben. Du machst das mit Stil.

Die Frage vorbereiten. Irgendjemand wird fragen: „Warum feiert ihr eigentlich Canada Day?“ Die Antwort: Kanada wurde am 1. Juli 1867 als eigenständige Konföderation gegründet. 2026 ist das der 159. Geburtstag. Das ist ein Grund für ein Glas Eiswein.


4. Andere Kanadier finden

Du bist nicht allein. In Berlin, München, Hamburg, Frankfurt und Wien gibt es kanadische Communitys – und Canada Day Veranstaltungen. Schau bei:


5. Das Wichtigste

Canada Day ist kein Nationalfeiertag, den man erklärt. Es ist ein Gefühl. Die Größe des Landes, die Stille der Wälder, das Wasser, das überall ist. Das Gefühl, dass irgendjemand immer die Tür aufhält. Dass der Sommer kurz ist und deshalb zählt.

Du kannst das in Deutschland feiern. Mit dem richtigen Wein, dem richtigen Essen und ein paar Menschen, die verstehen, warum der 1. Juli einen Moment verdient.

Happy Canada Day. 🍁

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