Die Feige braucht keinen Herd
Es gibt Momente im August, in denen man einfach nur ernten und anrichten muss. Die Feige ist einer davon. Aufgeschnitten zeigt sie dieses tiefe, fast unwirkliche Rot-Violett – satt und süß und ein bisschen wild. Gorgonzola dazu: salzig, cremig, mit einer Schärfe, die die Süße der Feige erst wirklich zum Klingen bringt. Walnüsse für den Biss. Honig, der langsam zieht. Und darunter: geröstetes Brot, das nach Feuer riecht. Der Elephant Hill „Sea“ Viognier 2018 aus Te Awanga in Hawke’s Bay kommt vom Pazifik – buchstäblich. Der Weinberg grenzt an den Südpazifik, die kühlende Meeresbrise zieht täglich durch die Reben. Was im Glas landet: Aprikose, Pfirsich, Nektarine und florale Noten, die mit dem Honig auf dem Teller sprechen, als hätten sie sich vorher abgesprochen. Cremige Textur trifft cremigen Käse. Steinfrucht trifft Feige. Sommer, letzter Akt.
Ideale Weinbegleitung: Elephant Hill Sea Viognier (Hawke’s Bay, Neuseeland)
Elephant Hill liegt in Te Awanga, einem kleinen Küstenort in Hawke’s Bay – direkt am Südpazifik. Das ist kein zufälliger Standort: Die kühlende Meeresbrise, die feinen Kieselböden und die Nähe zum Ozean prägen alle Weine der „Sea“-Linie. Der Viognier ist ihr elegantester Ausdruck. Das Jahr 2018 war außergewöhnlich – ein warmer Frühling, gefolgt von einem heißen, trockenen Sommer. Die Trauben reiften langsam und konzentriert, die Lese war mit 6,5 Wochen kurz und präzise.
Die Vinifikation spiegelt diese Sorgfalt: Ganztraubenpressung, Vergärung in einem Mix aus Eichenfässern (40 %) und Edelstahltanks (60 %), Ausbau in neuen französischen Eichenfässern (30 %) sowie gebrauchten Fässern und Stahl. Nur minimale malolaktische Gärung – der Wein soll lebendig bleiben, keine Butter, kein Schmelz um seiner selbst willen.
Im Glas ein warmes Goldgelb. Das Bukett ist facettenreich und sofort einnehmend: Aprikose und Pfirsich vorne, dahinter gelber Apfel, Nektarine, Gewürze und dezente florale Anklänge. Subtile Röstaromen vom Fass, die sich nie aufdrängen. Am Gaumen sehr ausladend und saftig, cremige Textur, feinnervige Säure. Ein Viognier, der die Wärme seines Jahrgangs trägt – und trotzdem frisch bleibt.
Die Verbindung zum Gericht ist unmittelbar: Die Steinfrucht des Weins (Aprikose, Pfirsich) spiegelt die Süße der reifen Feige. Die florale Note trifft den Blütenhonig. Die cremige Textur des Viogniers hält die Intensität des Gorgonzolas aus, ohne von ihm erschlagen zu werden. Bei 14–16 °C servieren – nicht zu kalt, damit die Aromatik aufgeht.
Das Rezept:

Feigen mit Gorgonzola, Walnüssen & Honig auf Grillbrot
Kochutensilien
- Grillpfanne oder Toaster
- Brotmesser
- Kleines Messer zum Halbieren der Feigen
Zutaten
FÜR DAS GRILLBROT:
- 4 Scheiben Sauerteigbrot oder Ciabatta ca. 1,5 cm dick
- 2 EL Olivenöl extra vergine
- 1 Knoblauchzehe halbiert
FÜR DEN BELAG:
- 4 –6 reife Feigen je nach Größe, längs halbiert oder geviertelt
- 100 g Gorgonzola piccante oder dolce in Stücken
- 40 g Walnusskerne grob gehackt
- 2 –3 EL Blütenhonig
- Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
- Optional: frische Thymianblätter oder Rucola
Anleitungen
GRILLBROT:
- Grillpfanne bei hoher Hitze erhitzen.
- Brotscheiben mit Olivenöl einpinseln – beide Seiten.
- Im Grill 2–3 Minuten pro Seite rösten, bis deutliche Grillstreifen sichtbar sind und das Brot kross ist.
- Sofort aus der Pfanne nehmen und mit der halbierten Knoblauchzehe kräftig einreiben – die Hitze öffnet das Brot für das Aroma.
ANRICHTEN:
- Grillbrotscheiben auf Tellern oder einem Holzbrett anrichten.
- Gorgonzola-Stücke großzügig auf das noch warme Brot legen – der Käse soll leicht schmelzen.
- Feigenhälften oder -viertel locker darauf verteilen, Schnittfläche oben.
- Grob gehackte Walnusskerne darüber streuen.
- Blütenhonig in einem langsamen, dünnen Faden über alles träufeln.
- Frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer abschließen.
- Optional: frische Thymianblätter oder Rucola locker dazugeben.
- Den Elephant Hill „Sea“ Viognier bei 14–16 °C dazu servieren.
BEILAGEN:
- Gemischter Herbstsalat mit Walnussöl-Vinaigrette.
- Weitere Käsesorten auf einem kleinen Brett – z. B. Pecorino oder Manchego.
- Ein kleines Schälchen zusätzlicher Honig zum Dippen.

